Sitzungsberichte der physikalisch.medicinischen Societaet zu Erlangen, Heft 5 (1872), S. 39-40
auch: Neues Repertorium der Pharmacie, 23 (1874), S. 180-181

 

Ferner berichtet

Prof. v. Gorup

über

Brenzkatechin in dem Beerensafte von Ampelopsis hederacea.

Zur Vervollständigung meiner Untersuchungen über die chemischen Bestandtheile von Ampelopsis hederacea unterwarf ich gegen Ende des Sommers 1872 den Saft der Beeren der chemischen Untersuchung. Der Untersuchungsgang war im Allgemeinen derselbe wie der bei der Analyse der Blätter befolgte, vorzugsweise richtete ich aber meine Aufmerksamkeit auf den Nachweis  des Brenzkatechins. Die Resultate stimmten in den meisten Punkten mit den bei der Untersuchung der Blätter erhaltenen überein. Es wurde eine reichliche Menge von Weinsäure und weinsauren Salzen, Traubenzucker, Gummi, pectinähnlichen Körpern, Oxalsäure und Brenzkatechin nachgewiesen, und zwar erhielt ich von letzterem, obgleich die Gesammtmenge des Saftes nur 800 Gramm betrug, so viel, dass damit als letztes <40> Glied in der Kette der Beweise die Sublimationsprobe angestellt werden konnte, die ein positives Resultat ergab. Das erhaltene Sublimat gab alle Reactionen des Brenzkatechins in der unzweideutigsten Weise. Glycolsäure konnte in dem Beerensafte nicht nachgewiesen werden; ebensowenig aber in den Anfangs Juli gesammelten Blättern des Jahres 1872. In diesen fehlte ausserdem zu dieser Periode auch der Traubenzucker gänzlich. Der von Hilger im Traubensafte aufgefundene Inosit konnte weder im Safte der Beeren, noch in jenem der Blätter aufgefunden werden, was Angesichts der geringen Menge des in Arbeit genommenen Materials jedenfalls nicht Wunder nehmen kann.

 

Herr Prof. v. Gorup

demonstrirt sodann eine einfache Methode, die Leuchtkraft des gewöhnlichen Gases bedeutend zu erhöhen, indem eine bestimmte Menge Sauerstoffgases durch ein Löthrohr der Gasflamme zugeführt wird.

Herr Prof. Lommel

erwähnt eines von ihm gebrauchten, auf demselben Princip beruhenden Apparates und die

Herren Prof. Rosenthal und v. Ziemssen

machen einige auf die praktische Verwendung desselben in der Medicin bezügliche Bemerkungen. Schliesslich zeigt

Herr Prof. v. Gorup

noch ein Experiment, betreffend die Constitution der Flamme, speciell das Nichtbrennen ihres centralen Theiles.