[Berichte der dt. chem. Gesellschaft, 1874, S. 809]

 

242. v. Gorup-Besanez:

Erklärung.

(Eingegangen am 18. Juni.)

Mit Bezugnahme auf die Berichtigung von Hrn. Hofr. R. Wagner in der mir gestern zugegangenen No. 9 dieser Berichte, beeile ich mich, mein lebhaftes Bedauern darüber auszusprechen, dass mir seine Abhandlung über Peucedanin und Imperatorin in Bd. 62, S. 275 des Journ. f. pract. Chemie entgangen ist, und ich hierdurch zu Schlüssen gelangte, durch welche sich Hr. Hofr. Wagner mit Recht beschwert fühlen musste. Zu meiner Entschuldigung vermag ich anzuführen, dass ich in zu grossem Vertrauen auf die Zuverlässigkeit des Gmelin'schen grossen Handbuches und auf die vielfach bewährte Vollständigkeit der dort gegebenen literarischen Nachweise als selbstverständlich voraussetzte, dass Arbeiten, welche 5 Jahre vor dem Erscheinen des betreffenden Bandes des genannten Werkes (Bd. VI, 4. Aufl. 1859) publicirt wurden, namentlich wenn sie für die Frage der Identität des Peucedanins und Imperatorins so entscheidend sind, wie Wagner's Abhandlung, unter den literarischen Nachweisen aufgeführt sein würden. Leider aber sollte ich mich hierin täuschen. Es findet sich nämlich dort nur die vorläufige Mittheilung Wagner's in Bd. 61 des vorgenannten Journals citirte. Ganz das Gleiche gilt für meine Voraussetzung, dass Imperatorin nicht analysirt sei. Döbereiner's Analyse fehlt in Gmelin's Handbuch, obgleich sie gar schon 1838 veröffentlicht wurde ebenfalls gänzlich. In der Meinung, jedenfalls bis zum Jahre 1856 durch Gmelin gesichert zu sein, habe ich eine genaue Durchsicht der Journalliteratur erst vom Jahre 1857 vorgenommen, aber da nichts mehr auf Peucedanin oder Imperatorin Bezügliches finden können. Zur Sache selbst übergehend, kann nun nicht länger bezweifelt werden, dass. Imperatorin und Ostruthin in der That verschieden und. Bestandtheile der Meisterwurzel sind, welche verschiedenen Entwickelungsphasen der Pflanze angehören. Ueber Ostruthin, welches ich gegenwärtig in grösserem Massstabe darstelle, hoffe ich bald weitere Mittheilung machen zu können.

Erlangen, 11. Juni 1874.